Wie entsteht Bruxismus


Wie entsteht Bruxismus? Teil 2

Wie entsteht Bruxismus (knirschen und pressen)? Teil 2

Wie wir Euch schon in unserem Blogartikel aus der letzten Woche beschrieben haben, erläutert uns die neue S3- Leitlinie einzelne Risikofaktoren für die Entstehung von Bruxismus. Oben genannte Leitlinie ist von der DGFDT  (= Dt. Gesellschaft für Funktionsdiagnostik- und therapie der DGZMK) und anderen Gesellschaften herausgegeben worden. Sie ist im Mai 2019 erschienen und ist als Hilfe in der Entscheidungsfindung für Ärzte und Therapeuten anzusehen. Sie hat eine  Gültigkeit bis 2024.

Die Ätiologie der Parafunktionen gilt als multifaktoriell bedingt. Gerade was den Einfluss struktureller Faktoren angeht, sollte ein Umdenken stattfinden. Hier sein im Besonderen die  Okklusion genannt. Laut neuster Leitlinie, spielt sie eine untergeordnete Rolle bezogen auf die Ätiologie von Bruxismus. Das gleiche gilt für Gesichts- und Schädelcharakteristika. Gerade Die Wissenschaft rückt zentrale Aspekte mehr in den Fokus.

Letzte Woche haben wir Euch nicht nur die Rolle der Okklusion, sondern auch u.a. zentralneurologische Einflussfaktoren auf die Ätiologie von Bruxismus vorgestellt. In unserem heuten Blogartikel vervollständigen wir unsere Liste der möglichen Einflussfaktoren.

Schlafstörungen:

Schlafapnoe wird in Zusammenhang mit Bruxismus gebracht. Ebenso zählen Schlafstörungen bei Kindern und Erwachsenen zu den Einflussfaktoren. Insbesondere bei Kindern können Anomalien in der Atmung mit Parafunktionen korrelieren (z.B. Polypen, vergrößerter Tonsillen).

Emotionaler Stress und psychische Auffälligkeiten:

Zahlreiche Studien gezeigt auf, dass emotionaler Stress bei Kindern sowie Erwachsenen mit Bruxismus korreliert. Gemessen wurde dies meist an einem erhöhten Cortisolspiegel. Hier fungiert die Kaumuskelaktivität zur Reduzierung des Cortisolgehalts im Speichel.
 Ebenso konnte nachgewiesen werden, dass psychische Störungen (z.B. Angststörungen, Depressionen) mit Bruxismus einhergehen können. Sie gelten als mögliche Risikofaktoren.

Medikamente:

Einige Medikamente können Parafunktionen auslösen. Dazu zählen dopaminhaltige Medikamente, Antidepressiva, Narkotika, Medikamente zur Behandlung von ADHS und Antihistaminika. Auffallend ist, dass nicht jeder Patient gleich auf die Einnahme reagiert und somit individuelle Unterschiede in der Häufigkeit von Bruxismus entstehen.

Gerne verweisen wir hier auch auf unseren vorherigen Blogartikel „Anzeichen von Bruxismus“. Diesen findet Ihr auf unserer Internetseite https://www.cmd-aix.de/blog/

Weitere spannende und hilfreiche Informationen zum Thema Bruxismus erlernen Sie auch in unserem Basis Modul.

Quelle: Zeitschrift für Kraniomandibuläre Funktion 2019; 11(3):255-292